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Project Greek Island: Geheimer Bunker des US-Kongresses
Wie die US-Regierung unter dem Fünf-Sterne-Resort The Greenbrier in West Virginia 30 Jahre lang einen zweigeschossigen Ausweichsitz für alle 535 Mitglieder von Senat und Repräsentantenhaus hinter Designer-Tapeten versteckte
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Project Greek Island: Der geheime Atomkriegsbunker des US-Kongresses unter dem Luxushotel The Greenbrier
1. Hinter der Tapete von Dorothy Draper
Mehr als drei Jahrzehnte lang trennte im Fünf-Sterne-Resort The Greenbrier in West Virginia lediglich eine mit neoklassizistischer Designer-Tapete beklebte Falttür die ahnungslosen Tagungsgäste von einem über 20 Tonnen schweren Nukleardrucktor der US-Regierung [C11]↓↓ [Q1]↓↓ [Q6]↓↓.
Zwischen 1962 und 1992 liefen Tagungsgäste im Grandhotel von White Sulphur Springs durch das farbenfrohe Interieur der Innenarchitektin Dorothy Draper direkt in die große Exhibit Hall des West Virginia Wing [C3]↓↓ [C10]↓↓ [C11]↓↓ [Q1]↓↓ [Q5]↓↓ [Q6]↓↓. Kaum jemand ahnte, dass die 18 Stützsäulen dieser Messehalle das Herzstück eines zweigeschossigen Ausweichsitzes für die US-Legislative bildeten [C6]↓↓ [C8]↓↓ [C10]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓.
Unter den Codenamen Project X, Project Caspar und schließlich Project Greek Island hielt die US-Bundesregierung hier von 1962 bis 1992 auf 112.544 Quadratfuß (rund 10.456 Quadratmetern) einen Notfall-Regierungssitz für alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und alle 100 Senatoren bereit [C5]↓↓ [C8]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓. Während auf den Golfplätzen über der Anlage Sam Snead abschlug, wartete wenige Meter tiefer ein getarntes Team hinter 60 bis 90 Zentimeter dicken Stahlbetonwänden ein unterirdisches Kapitol – samt Plenarsälen, 1.080 Etagenbetten, Operationssaal, Kraftwerk, Chiffrierzentrale und Fernsehstudio [C7]↓↓ [C10]↓↓ [C12]↓↓ [C15]↓↓ [C16]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓.
2. Vom Schwefelbad zum Staatsquartier: Das Greenbrier und die Regierung
Die Wahl eines exklusiven Kurhotels in den Allegheny Mountains als geheimer Atomkriegsbunker für den US-Kongress knüpfte an eine über 180-jährige Verbindung zwischen dem Resort, der Eisenbahn und der politischen Führung in Washington an [C1]↓↓ [C2]↓↓ [C4]↓↓ [Q4]↓↓ [Q5]↓↓.
Seit 1778 wurden die Schwefelquellen von White Sulphur Springs für Kuren genutzt und entwickelten sich im 19. Jahrhundert zum Sommerquartier zahlreicher US-Präsidenten [C1]↓↓ [Q5]↓↓ [Q6]↓↓. Nach dem Bahnanschluss 1869 kaufte die Chesapeake & Ohio Railway (C&O) das Anwesen 1910 und errichtete bis 1913 das weiße Hauptgebäude [C1]↓↓ [Q4]↓↓ [Q5]↓↓.
Im Zweiten Weltkrieg internierte das US-Außenministerium hier von Dezember 1941 bis Sommer 1942 Diplomaten der Achsenmächte [C2]↓↓ [Q4]↓↓ [Q5]↓↓. Im September 1942 kaufte die U.S. Army das Resort für 3,3 Millionen US-Dollar und betrieb es bis 1946 als Ashford General Hospital (2.025 Betten, 24.148 behandelte Soldaten, 1.000 deutsche Kriegsgefangene im Camp Ashford); zu den Gästen zählte 1945 auch General Dwight D. Eisenhower [C2]↓↓ [Q4]↓↓ [Q5]↓↓. Nach dem Rückkauf durch die C&O Railway 1946 und Dorothy Drapers Neugestaltung eröffnete das Haus im April 1948 neu [C3]↓↓ [Q4]↓↓ [Q5]↓↓. Als Präsident kannte Eisenhower das 400 Kilometer südwestlich von Washington an einer direkten Bahnlinie gelegene Resort daher persönlich [C4]↓↓ [Q1]↓↓ [Q4]↓↓.
3. Eisenhowers Notstandsplanung und der Bau des „West Virginia Wing“ (1958–1962)
Um den Bau einer 10.456 Quadratmeter großen Festung vor der Öffentlichkeit zu verbergen, koppelten die Planer das Bunkerprojekt ab 1958 untrennbar an die Errichtung eines neuen oberirdischen Hotelflügels [C6]↓↓ [C8]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓.
Ab 1955 wies Präsident Eisenhower das Pentagon an, im Rahmen der Continuity-of-Government-Planung Notstandsquartiere für einen Nuklearkrieg vorzubereiten [C4]↓↓ [Q3]↓↓. Während für die Exekutive Mount Weather in Virginia und für das Militär Site R am Raven Rock bereitstanden, fehlte ein Schutzbau für den Kongress [C4]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓. 1956/1957 schloss die Regierung mit der C&O Railway ein geheimes Abkommen: Zeitgleich mit dem dreigeschossigen Hotelanbau West Virginia Wing finanzierte der Staat direkt darunter ein zweigeschossiges Bunkerbauwerk, dessen Tagungsräume das Hotel im Frieden mitnutzen durfte [C4]↓↓ [C6]↓↓ [C10]↓↓ [Q2]↓↓ [Q4]↓↓ [Q5]↓↓.
Nach dem Spatenstich Ende 1958 liefen die Bauarbeiten von 1959 bis Oktober 1962 [C6]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓. Eine Baugrube wurde 220 Meter (720 Fuß) tief in den Hang getrieben [C7]↓↓ [Q3]↓↓. Laut Werkleiter Randy Wickline von der lokalen Superior Supply Co. lieferten seine Mischfahrzeuge ab 1960 über zweieinhalb Jahre rund 4.000 Lkw-Ladungen mit insgesamt 50.000 Tonnen Beton [C7]↓↓ [Q1]↓↓. Das 14 Millionen US-Dollar teure Bauwerk erhielt 60 bis 90 Zentimeter (2 bis 3 Fuß) starke Stahlbetonwände und eine Decke unter 6,1 Metern (20 Fuß) Erdreich [C7]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓.
Im Februar 1960 bestellte die Baufirma bei der Mosler Safe Co. in Hamilton (Ohio) vier Drucktore, die per Bahn auf Spezial-Tiefladern angeliefert und vor Ort mit Beton verfüllt wurden [C9]↓↓ [Q1]↓↓. Wie Mosler-Ingenieur Chuck Oder berichtete, wog das Fahrzeugtor GH 1 (3,73 × 4,57 m) am 131 Meter (430 Fuß) langen West-Tunnel über 28 Tonnen und das Tor GH 3 an der Exhibit Hall über 20 Tonnen [C9]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓. Trotz 49,5 Zentimetern (19,5 Zoll) Türstärke hingen die Kolosse an je 1,5 Tonnen schweren Scharnieren, sodass ein einzelner Mann sie mit rund 23 Kilogramm (50 Pfund) Kraft von Hand schließen konnte [C9]↓↓ [Q1]↓↓.
4. „Was zum Teufel wollen Sie hier ausstellen?“ – Das offene Geheimnis
Obwohl tausende Tonnen Stahlbeton, riesige Tresortüren und hunderte überzählige Sanitäranlagen den Bauarbeitern und Anwohnern auffielen, wahrte die Bevölkerung von White Sulphur Springs über drei Jahrzehnte Stillschweigen gegenüber Außenstehenden [C18]↓↓ [Q1]↓↓ [Q6]↓↓.
Auf der Baustelle ließen sich die Dimensionen kaum als gewöhnliche Tagungshalle erklären; insbesondere die riesigen Sanitärbereiche für Männer sorgten für Verwunderung [C18]↓↓ [Q1]↓↓ [Q6]↓↓. Hoteldirektor Truman Wright (1951–1974) überlieferte den Ausspruch eines Bauunternehmers in der angeblichen Ausstellungshalle [C18]↓↓ [Q1]↓↓:
„Das soll eine Ausstellungshalle sein? Wir haben gerade 110 Urinale eingebaut. Was zum Teufel wollen Sie hier ausstellen?“
Auch das Aushubmaterial verriet das Großprojekt: Es wurde zum nahen Greenbrier Valley Airport gefahren, dessen Startbahn im Frühjahr 1962 mit einem Zuschuss der C&O Railway von 90.000 US-Dollar auf 2.134 Meter (7.000 Fuß) verlängert wurde, damit schwere Regierungsmaschinen landen konnten [C17]↓↓ [Q1]↓↓ [Q6]↓↓.
Dass im Städtchen dennoch niemand gegenüber Reportern redete, lag an der Rolle des Greenbrier als größtem Arbeitgeber der Region, bei dem Familien oft über Generationen beschäftigt waren [Q6]↓. Zudem glaubten viele Einheimische irrtümlich an einen Schutzbunker für den US-Präsidenten, weshalb das Hotel Fragen nach einem „Präsidentenbunker“ wahrheitsgemäß verneinen konnte [C8]↓↓ [Q6]↓↓.
5. Architektur des Überlebens: Zwei Etagen für 535 Abgeordnete
Hinter vier geschützten Zugängen erstreckte sich auf zwei Ebenen eine funktional durchgetaktete unterirdische Stadt, die von Dekontaminationsduschen und Schlafsälen über zwei Parlamentskammern bis zum eigenen Kraftwerk auf wochenlange Autarkie ausgelegt war [C8]↓↓ [C10]↓↓ [C12]↓↓ [C13]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓.
Laut Bunker-Superintendent Paul E. „Fritz“ Bugas besaß die Anlage vier Zugänge: den 131 Meter langen West-Tunnel am Hang, zwei Zugänge am Ostende (darunter der Übergang aus dem Hotel über die Exhibit Hall) sowie ein Drucktor im Luftansaugtunnel [C7]↓↓ [C9]↓↓ [C10]↓↓ [Q2]↓↓. Geschlossen hielt der Bau einer Nukleardetonation in 24 bis 48 Kilometern (15 bis 30 Meilen) Entfernung stand [C14]↓↓ [Q3]↓↓. Ein 35 Meter (115 Fuß) hoher Tarn-Schornstein saugte Außenluft an; bei einem Atomblitz riegelten Schnellschlussventile den Bunker für 72 Stunden komplett ab, bevor auf ABC-Filterbetrieb umgeschaltet wurde [C14]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓.
Nach dem Passieren der Dekontaminationsduschen gliederte sich die Anlage für rund 1.100 Personen (535 Kongressmitglieder plus Kernstab) in drei Funktionsbereiche [C8]↓↓ [C12]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓:
- Parlamentskammern: Die rund 27 mal 57 Meter (89 × 186 Fuß) große Exhibit Hall mit 18 Stützsäulen diente im Ernstfall als Plenarsaal für gemeinsame Sitzungen (Joint Sessions), während die angrenzende Governor's Hall (440–470 Sitze) als Kammer des Repräsentantenhauses und der Mountaineer Room (130 Sitze) als Senatskammer eingerichtet waren [C10]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓.
- Schlafsäle, Kantine und Klinik: Im geschützten Bereich lagen 18 Schlafsäle (Dormitories) mit je 60 Stahl-Etagenbetten (zusammen 1.080 Betten) und kleinen abschließbaren Schubladen [C12]↓↓ [Q2]↓↓ [Q6]↓↓. Hinzu kamen eine Kantine mit künstlichen Fenstern für 400 Personen pro Durchgang sowie eine Klinik mit 14 Stationsbetten, Operationssaal, Intensivpflege, Labor und Zahnarztpraxis für 30 bis 35 Mediziner [C12]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓.
- Kraftwerk und Vorräte: Auf der zweiten Ebene lagen Führungsbüros sowie das Kraftwerk mit drei 675-Kilowatt-Dieselgeneratoren von Fairbanks-Morse, zwei Dampferzeugern, zwei 175-Tonnen-Kältemaschinen, drei Wassertanks à 25.000 US-Gallonen (ca. 284.000 Liter) und drei Dieseltanks à 14.000 US-Gallonen (über 159.000 Liter für 40 bis 45 Tage Betrieb) sowie Lebensmitteln für 60 Tage [C10]↓↓ [C13]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓. Ein Verbrennungsofen für pathologische Abfälle konnte im Notfall als Krematorium dienen [C13]↓↓ [Q1]↓↓ [Q6]↓↓.
6. Forsythe Associates: Die Fernsehtechniker des Kalten Krieges
Damit der Kongressbunker im Ernstfall binnen vier bis acht Stunden voll betriebsbereit war, unterhielt die US-Regierung über dreißig Jahre hinweg eine eigene Tarnfirma direkt auf dem Hotelgelände [C15]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓.
Offiziell wartete die Firma Forsythe Associates (mit Sitz in Arlington, Virginia) die rund 1.000 Fernsehgeräte des Hotels [C15]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓. Tatsächlich waren die 12 bis 15 Mitarbeiter vor Ort sicherheitsüberprüfte Regierungsangestellte: Erster Standortleiter war von 1960 bis 1976 der ehemalige Army-Signal-Corps-Kryptologe John Londis, gefolgt von Paul E. „Fritz“ Bugas und dessen Assistenten John Nemcik [C15]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓. Laut Bugas verbrachte das Team nur 15 bis 20 Prozent seiner Zeit mit Hotel-Fernsehern und 80 Prozent mit der Wartung des Bunkers [C15]↓↓ [Q2]↓↓.
Neben einer Chiffrier-Fernmeldezentrale betreuten die Techniker ein eigenes Fernsehstudio mit Fotohintergründen des US-Kapitols und des Weißen Hauses sowie einen 6 mal 6 Meter (20 × 20 Fuß) großen Tresorraum (Record Storage Vault), in dem geheime Kongressakten und Waffen zur Aufstandsbekämpfung lagerten [C16]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓. Auf dem Bergrücken überwachte ein Sensor an der Richtfunkantenne nukleare Lichtblitze [C14]↓↓ [C15]↓↓ [Q1]↓↓.
7. Kubakrise, Familienstreit und das Raketen-Paradoxon
Nur ein einziges Mal – während der Kubakrise im Oktober 1962 – stand Project Greek Island kurz vor der Aktivierung, während sein militärischer Wert durch sowjetische Interkontinentalraketen zunehmend verfiel [C17]↓↓ [C20]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓.
Unmittelbar nach der Fertigstellung am 16. Oktober 1962 wurde der Bunker während der Kubakrise in höchste Alarmbereitschaft versetzt; der Architect of the Capitol ließ bereits Kisten mit historischen Originalmanuskripten aus dem 18. Jahrhundert einlagern [C17]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓. Eingeweiht waren stets nur wenige Spitzenpolitiker des Kongresses [C19]↓↓ [Q1]↓↓ [Q6]↓↓. Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses Thomas P. „Tip“ O'Neill schilderte 1992 seine Ablehnung, als er erfuhr, dass Ehefrauen nicht mit in den Bunker durften [C19]↓↓ [Q1]↓↓:
„Ich verlor irgendwie das Interesse daran, als sie mir sagten, dass meine Frau nicht mitkommen würde. Ich sagte: ‚Jesus, Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich davonlaufe und meine Frau zurücklasse? Das ist das Verrückteste, was ich je gehört habe.‘“
Demgegenüber berichtete Standortleiter Bugas, dass später Pläne ausgearbeitet wurden, bis zu 1.400 Familienangehörige in einem angrenzenden, unter Überdruck gesetzten Hoteltrakt unterzubringen [C19]↓↓ [Q2]↓↓.
Strategisch war das Bauwerk für langsame Langstreckenbomber mit mehrstündiger Vorwarnzeit entworfen worden [C20]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓. Als sowjetische Interkontinentalraketen (ICBMs) die Vorwarnzeit auf unter 30 Minuten verkürzten, wäre eine vierstündige Evakuierung aus dem 400 Kilometer entfernten Washington nur noch bei tagelanger Vorwarnung realistisch gewesen [C4]↓↓ [C20]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓.
8. Die Enthüllung vom 31. Mai 1992 und das Nachleben als Museum
Als der Journalist Ted Gup das Staatsgeheimnis am 31. Mai 1992 im *Washington Post Magazine* öffentlich machte, verlor der Kongressbunker über Nacht seinen operativen Wert und wurde bis 1995 stillgelegt [C21]↓↓ [Q1]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓ [Q4]↓↓.
Nach einem Hinweis aus Regierungskreisen recherchierte Ted Gup vor Ort und veröffentlichte am 31. Mai 1992 seine Reportage „The Ultimate Congressional Hideaway“ (Cover: „The Last Resort“) [C21]↓↓ [Q1]↓↓ [Q6]↓↓. Für die Mitarbeiter von Forsythe Associates brach eine Welt zusammen, wie Superintendent Paul „Fritz“ Bugas schilderte [C21]↓↓ [Q2]↓↓:
„Als die Washington Post die Geschichte Ende Mai 1992 veröffentlichte, war mein unmittelbares Gefühl und meine Reaktion völlige Niedergeschlagenheit. Der Schmerz wurde nicht nur von mir, sondern von allen Regierungsmitarbeitern vor Ort empfunden. Wir hatten das Gefühl, dass hier ein Bärendienst erwiesen worden war. Ich spreche nicht von uns persönlich, sondern von der Sicherheit unseres Landes.“
Nach der Enttarnung kündigte die US-Regierung den Pachtvertrag bis 1995 und baute die Geheimtechnik aus [C21]↓↓ [Q3]↓↓ [Q4]↓↓. Seit 1995 (und seit 2006 für alle Besucher) führt das seit 1990 als National Historic Landmark geschützte Greenbrier Resort täglich 90-minütige Touren ab der Trellis Lobby hinter die geöffnete Dorothy-Draper-Tarnwand durch [C3]↓↓ [C11]↓↓ [C21]↓↓ [Q3]↓↓ [Q4]↓↓ [Q7]↓↓.
9. Zeittafel: Vom Schwefelbad zum enttarnten Kongressbunker
Die folgende Übersicht fasst die belegten Entwicklungsphasen des Greenbrier Resorts und des Geheimprojekts *Project Greek Island* zusammen [C1]↓↓ [C2]↓↓ [C6]↓↓ [C17]↓↓ [C21]↓↓ [Q1]↓↓ [Q3]↓↓ [Q4]↓↓.
| Zeitraum / Datum | Ereignis und historische Bedeutung | Quellen |
|---|---|---|
| 1778 / 1910–1913 | Kurbetrieb in White Sulphur Springs; Kauf durch C&O Railway (1910) und Hauptgebäude (1913) [C1]↓. | [Q4]↓↓ [Q5]↓↓ |
| 1941–1946 | Diplomaten-Internierung (1941/42), ab Sept. 1942 Ashford General Hospital (2.025 Betten, 24.148 Patienten) [C2]↓. | [Q4]↓↓ [Q5]↓↓ |
| 1946–1948 | Rückkauf durch C&O Railway, Neugestaltung durch Dorothy Draper und Wiedereröffnung April 1948 [C3]↓. | [Q4]↓↓ [Q5]↓↓ |
| 1955–1957 | Präsident Eisenhower initiiert Notstandspläne für den Kongress; Geheimvertrag mit dem Greenbrier [C4]↓. | [Q3]↓↓ [Q4]↓↓ [Q5]↓↓ |
| Ende 1958–1962 | Bau des Bunkers (112.544 sq ft / 10.456 m², 50.000 t Beton, 14 Mio. USD) unter dem West Virginia Wing [C6]↓↓ [C7]↓↓ [C8]↓↓. | [Q1]↓↓ [Q2]↓↓ [Q3]↓↓ |
| Feb. 1960 | Bestellung der vier Drucktore (GH 1 >28 t, GH 3 >20 t) bei Mosler Safe Co. und Aufbau von Forsythe Associates [C9]↓↓ [C15]↓↓. | [Q1]↓↓ [Q2]↓↓ |
| 16. Okt. 1962 | Fertigstellung kurz vor der Kubakrise; höchste Alarmstufe und Flughafenausbau auf 2.134 m [C17]↓. | [Q1]↓↓ [Q3]↓↓ [Q6]↓↓ |
| 21. Juni 1990 | Ausweisung des Greenbrier (NRHP #74002000) als National Historic Landmark [C3]↓. | [Q4]↓ |
| 31. Mai 1992 | Enthüllung durch Ted Gup im Washington Post Magazine („The Last Resort“) [C21]↓. | [Q1]↓↓ [Q6]↓↓ |
| Seit 1995 | Ende des Regierungsmietvertrags, Deklassifizierung und Öffnung für tägliche Führungen [C21]↓. | [Q3]↓↓ [Q4]↓↓ [Q7]↓↓ |
Weiterführende Einblicke in unterirdische Schutzbauten des Kalten Krieges bieten unsere Analysen zum bundesdeutschen Regierungsbunker Ahrweiler und zum Stollensystem Projekt Riese sowie die Themendossiers Bunker, Kalter Krieg und Geheime Anlagen.
Quellen & Faktencheck
Q1pressThe Ultimate Congressional Hideaway (Cover: The Last Resort)
The Washington Post Magazine, 31. Mai 1992, S. W11, Ted Gup · 1992-05-31 · S. W11
Q2interviewInterview with Paul Fritz Bugas (Project Greek Island Site Manager)
WGBH Educational Foundation / PBS American Experience, PBS American Experience · 2000-01-01
Q3academicGreenbrier Bunker
Atomic Heritage Foundation / National Museum of Nuclear Science & History, Atomic Heritage Foundation (AHF) · 2018-07-18
Q4primaryThe Greenbrier Goes to War (NRHP #74002000)
U.S. National Park Service (NPS), Hannah Haack · 2023-05-01
Q5academicThe Greenbrier
e-WV: The West Virginia Encyclopedia (West Virginia Humanities Council), Dr. Robert S. Conte · 2024-02-15
Q6pressThe Town That Kept Its Nuclear Bunker a Secret for Three Decades
Smithsonian Magazine, Emily Matchar · 2024-04-09
Q7primaryBunker Tours
The Greenbrier, White Sulphur Springs, West Virginia, The Greenbrier Resort · 2026-01-01
Alle 21 geprüften Aussagen & Einzelbelege (C1–C21) im Detail anzeigen
C1gesichert
Die Schwefelquellen von White Sulphur Springs im Greenbrier County (West Virginia) wurden seit 1778 für Kuren genutzt und dienten im 19. Jahrhundert als Sommerquartier zahlreicher US-Präsidenten; nach dem Bahnanschluss 1869 kaufte die Chesapeake & Ohio Railway (C&O) das Anwesen 1910 und errichtete bis 1913 das repräsentative weiße Hauptgebäude The Greenbrier.
Fundstelle: Q4 Abs. 1–2; Q5 Abs. 1–3; Q6 Abs. 4
C2gesichert
Im Zweiten Weltkrieg internierte das US-Außenministerium von Dezember 1941 bis Sommer 1942 im Greenbrier Diplomaten der Achsenmächte; im September 1942 kaufte die U.S. Army das Resort für 3,3 Millionen US-Dollar und betrieb es bis 1946 als Ashford General Hospital (2.025 Betten, 24.148 behandelte Soldaten, 1.000 deutsche Kriegsgefangene im benachbarten Camp Ashford), wo 1945 auch General Dwight D. Eisenhower zu Gast war.
Fundstelle: Q4 Abs. 3–7; Q5 Abs. 4–5
C3gesichert
Nach dem Rückkauf durch die C&O Railway 1946 gestaltete die New Yorker Innenarchitektin Dorothy Draper das Hotel in kräftigen Farben und floralen Tapetenmustern komplett neu (Wiedereröffnung im April 1948); am 9. Oktober 1974 wurde das Anwesen in das National Register of Historic Places (#74002000) aufgenommen und am 21. Juni 1990 als National Historic Landmark ausgewiesen.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q3 Abs. 10; Q4 Abs. 8–10; Q5 Abs. 6 & 8; Q6 Abs. 3; Q7 Abs. 1
C4gesichert
Ab 1955 wies Präsident Dwight D. Eisenhower das Pentagon im Rahmen der Continuity-of-Government-Planung an, neben Mount Weather (Exekutive) und Site R am Raven Rock (Militär) einen Schutzbau für den US-Kongress zu schaffen, und schloss 1956/1957 ein geheimes Abkommen mit der C&O Railway für das rund 400 Kilometer südwestlich von Washington an einer direkten Bahnlinie gelegene Greenbrier Resort.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q2 Frage 1; Q3 Abs. 1–2; Q4 Abs. 9; Q5 Abs. 7
C5gesichert
Das streng geheime Bau- und Bereitschaftsprogramm für den Notfallsitz der US-Legislative wurde unter den Codenamen ‚Project X', ‚Project Caspar' und schließlich ‚Project Greek Island' geführt.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q3 Abs. 2
C6gesichert
Zur Tarnung der Tiefbauarbeiten wurde der zweigeschossige Bunker nach dem Spatenstich Ende 1958 zwischen 1959 und dem 16. Oktober 1962 zeitgleich direkt unter der neuen dreigeschossigen Hotelerweiterung – dem ‚West Virginia Wing' – errichtet.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q2 Frage 1; Q3 Abs. 2–3; Q4 Abs. 9; Q5 Abs. 7
C7gesichert
Für die 220 Meter (720 Fuß) tief in den Hang getriebene und rund 14 Millionen US-Dollar teure Anlage lieferte die lokale Superior Supply Co. (Werkleiter Randy Wickline) ab 1960 rund 4.000 Lkw-Ladungen mit 50.000 Tonnen Beton; die mit Stahlgittern bewehrten Außenwände sind 60 bis 90 Zentimeter (2 bis 3 Fuß) stark und liegen unter einer Decke mit 6,1 Metern (20 Fuß) Erdüberdeckung sowie einem 131 Meter (430 Fuß) langen West-Tunnel.
Fundstelle: Q1 S. W11 (Wickline / 50.000 t Beton / 2–3 ft Wände); Q2 Fragen 1 & 8 (430-ft-West-Tunnel); Q3 Abs. 2–4 (14 Mio. USD / 720 ft)
C8gesichert
Auf zwei Etagen mit exakt 112.544 Quadratfuß (rund 10.456 Quadratmetern) Fläche und 153 Räumen bot Project Greek Island einen vollwertigen Ausweichsitz für alle 535 Mitglieder des US-Kongresses (435 Abgeordnete des Repräsentantenhauses und 100 Senatoren) samt Kernstab (insgesamt rund 1.100 Personen), während viele Einheimische in White Sulphur Springs irrtümlich einen Bunker für den US-Präsidenten vermuteten.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q2 Fragen 1 & 4; Q3 Abs. 3–6 (112.544 sq ft / 1.100 Personen); Q6 Abs. 6 (Präsidentenbunker-Gerücht)
C9gesichert
Im Februar 1960 bestellte die Baufirma bei der Mosler Safe Company in Hamilton (Ohio) vier massive Stahldrucktore (Ingenieur Chuck Oder): Das Fahrzeugtor GH 1 (3,73 × 4,57 m) am West-Tunnel wog über 28 Tonnen, das Tor GH 3 an der Exhibit Hall über 20 Tonnen; trotz 49,5 Zentimetern (19,5 Zoll) Türstärke waren sie an 1,5 Tonnen schweren Scharnieren so ausbalanciert, dass ein Mann sie mit rund 23 Kilogramm (50 Pfund) Kraft von Hand schließen konnte.
Fundstelle: Q1 S. W11 (Chuck Oder / Mosler Safe Co., GH 1 >28 t, GH 3 >20 t, 19,5 in, 50 lbs); Q2 Frage 8; Q3 Abs. 4
C10gesichert
Die von Hotelgästen im Friedensbetrieb für Messen und Konferenzen genutzte Ebene umfasste drei für den Ernstfall vorbereitete Parlamentskammern: die rund 27 mal 57 Meter (89 × 186 Fuß) große Exhibit Hall mit 18 Stützsäulen für gemeinsame Kongresssitzungen (Joint Sessions), die Governor's Hall (440–470 Sitze) für das Repräsentantenhaus und den Mountaineer Room (130 Sitze) für den US-Senat, während auf der zweiten Ebene Führungsbüros und Versorgungsanlagen lagen.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q2 Fragen 4 & 5; Q3 Abs. 5–6; Q4 Abs. 9; Q5 Abs. 7; Q6 Abs. 3
C11gesichert
Der unmittelbare Übergang vom Hotelkorridor der Colonial Hall und der Exhibit Hall zu den über 20 bzw. 28 Tonnen schweren Mosler-Stahldrucktoren war im Alltag lediglich hinter unscheinbaren Falttüren und Tarnwänden verborgen, die mit der farbkräftigen, neoklassizistisch-floralen Designer-Tapete von Dorothy Draper beklebt waren.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q3 Abs. 4; Q4 Abs. 9; Q5 Abs. 7; Q6 Abs. 3; Q7 Abs. 1
C12gesichert
Hinter den Dekontaminationsduschen an den Zugängen umfasste der Wohn- und Versorgungsbereich 18 Schlafsäle (Dormitories) mit je 60 Stahl-Etagenbetten (zusammen 1.080 Betten mit kleinen abschließbaren Schubladen), eine Kantine mit künstlichen Landschaftsfenstern für 400 Personen pro Durchgang sowie eine Klinik mit 14 Stationsbetten, Operationssaal, Intensivpflege, Labor und Zahnarztpraxis für 30 bis 35 Mediziner.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q2 Fragen 4, 7 & 8 (18 Schlafsäle à 60 Betten, Kantine 400 Plätze, Klinik mit 14 Betten); Q3 Abs. 6–7; Q6 Abs. 3
C13gesichert
Das unterirdische Kraftwerk machte die Anlage wochenlang autark: Es verfügte über drei 675-Kilowatt-Fairbanks-Morse-Dieselgeneratoren, zwei Dampferzeuger, zwei 175-Tonnen-Kältemaschinen, drei Wassertanks à 25.000 US-Gallonen (zusammen 75.000 Gallonen bzw. rund 284.000 Liter), drei Dieseltanks à 14.000 US-Gallonen (über 159.000 Liter für 40 bis 45 Tage Betrieb), Lebensmittelvorräte für 60 Tage sowie einen Verbrennungsofen für pathologische Abfälle, der im Notfall als Krematorium dienen konnte.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q2 Fragen 6 & 7 (3× 675 kW Fairbanks-Morse, 3× 25.000 gal Wasser, 3× 14.000 gal Diesel); Q3 Abs. 7 (60 Tage Vorräte); Q6 Abs. 3 (Verbrennungsofen)
C14gesichert
Im verschlossenen Zustand war der Bunker gegen eine Nukleardetonation in 24 bis 48 Kilometern (15 bis 30 Meilen) Entfernung ausgelegt; ein 35 Meter (115 Fuß) hoher Tarn-Schornstein saugte Außenluft an, während ein Lichtblitzsensor auf dem Bergrücken bei einer Atomexplosion Schnellschlussventile auslöste, die die Anlage für 72 Stunden komplett auf Umluft abriegelten, bevor auf ABC-Filterbetrieb umgeschaltet wurde.
Fundstelle: Q1 S. W11 (115-ft-Schornstein, Lichtblitzsensor); Q3 Abs. 4 (15–30 Meilen Schutz, 72 Stunden Umluft)
C15gesichert
Um den Bunker binnen vier bis acht Stunden aktivieren zu können, betrieb die US-Regierung auf dem Hotelgelände die Tarnfirma ‚Forsythe Associates' (Arlington, Virginia) mit 12 bis 15 sicherheitsüberprüften Regierungsmitarbeitern unter Leitung von John Londis (1960–1976) und später Paul E. ‚Fritz' Bugas (ab 1970 vor Ort, ab 1976 Standortleiter mit Assistent John Nemcik); das Team verbrachte nur 15 bis 20 Prozent seiner Arbeitszeit mit den rund 1.000 Hotel-Fernsehern und 80 Prozent mit der Wartung des Bunkers.
Fundstelle: Q1 S. W11 (Forsythe Associates, John Londis 1960–1976, Paul Bugas); Q2 Fragen 1–3 (12–15 Mitarbeiter, 15–20 % TV vs. 80 % Bunker, 4–8 Std.); Q3 Abs. 8
C16gesichert
Neben einer Chiffrier-Fernmeldezentrale warteten die Techniker von Forsythe Associates im Bunker ein eigenes Fernsehstudio mit Fotohintergründen des US-Kapitols und des Weißen Hauses sowie einen 6 mal 6 Meter (20 × 20 Fuß) großen Tresorraum (Record Storage Vault), in dem geheime Kongressdokumente und Waffen zur Aufstandsbekämpfung lagerten.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q2 Fragen 5 & 9 (20×20-ft-Tresorraum mit Waffen); Q3 Abs. 7 (TV-Studio mit Kapitol-Kulisse)
C17gesichert
Mit dem Aushubmaterial der Bunkerbaugrube wurde im Frühjahr 1962 die Startbahn des nahen Greenbrier Valley Airport mit einem Zuschuss der C&O Railway von 90.000 US-Dollar auf 2.134 Meter (7.000 Fuß) verlängert; unmittelbar nach der Fertigstellung am 16. Oktober 1962 wurde der Bunker während der Kubakrise zum einzigen Mal in höchste Alarmbereitschaft versetzt, und der Architect of the Capitol ließ bereits Kisten mit historischen Originalmanuskripten einlagern.
Fundstelle: Q1 S. W11 ($90.000 / 7.000-ft-Startbahn, Kubakrise Oktober 1962, Manuskripte); Q3 Abs. 2 & 8 (16.10.1962 / Kubakrise); Q4 Abs. 9; Q6 Abs. 5
C18gesichert
Obwohl die gigantischen Betonmengen, die Drucktore und die überdimensionierten Sanitäranlagen auf der Baustelle für Verwunderung sorgten – ein Bauunternehmer fragte Hoteldirektor E. Truman Wright angesichts der 110 frisch eingebauten Urinale in der Exhibit Hall: ‚This is an exhibit hall? We've got 110 urinals we just installed. What in the hell are you going to exhibit?' –, wahrten Bauarbeiter und Einwohner von White Sulphur Springs über drei Jahrzehnte Stillschweigen.
Fundstelle: Q1 S. W11 (Wörtliches Zitat gegenüber Truman Wright zu 110 Urinalen); Q3 Abs. 5; Q6 Abs. 1–6
C19widersprüchlich
In das Geheimnis waren stets nur wenige Spitzenpolitiker des Kongresses eingeweiht, und die Behandlung der Familienangehörigen blieb widersprüchlich: Während der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses Thomas P. ‚Tip' O'Neill berichtete, er habe das Interesse an dem Bunker verloren, weil Ehefrauen dort keinen Zutritt hatten (‚Jesus, you don't think I'm going to run away and leave my wife?'), erklärte Standortleiter Paul Bugas, dass später Pläne bestanden, bis zu 1.400 Angehörige in einem angrenzenden, unter Überdruck gesetzten Hoteltrakt unterzubringen.
Fundstelle: Q1 S. W11 (Zitat Tip O'Neill zum Ausschluss der Ehefrauen); Q2 Frage 10 (Pläne für 1.400 Familienangehörige); Q6 Abs. 7
C20widersprüchlich
Der strategische Nutzwert von Project Greek Island galt spätestens ab den 1960er-Jahren als hochgradig widersprüchlich: Während der Betreiberstab eine Aktivierung binnen vier bis acht Stunden vorsah, war das Konzept für langsame Langstreckenbomber entworfen worden – mit der Einführung sowjetischer Interkontinentalraketen (ICBMs) schrumpfte die Vorwarnzeit auf unter 30 Minuten, sodass eine vier- bis fünfstündige Evakuierung des Kongresses aus dem 400 Kilometer entfernten Washington nur noch bei tagelanger politischer Vorwarnung realistisch gewesen wäre.
Fundstelle: Q1 S. W11 (Bomber-Zeitalter vs. ICBM-Vorwarnzeit unter 30 Minuten bei 4–5 Std. Anreise); Q2 Frage 3 (4–8 Std. Aktivierung); Q3 Abs. 8–9
C21gesichert
Am 31. Mai 1992 enthüllte der Journalist Ted Gup das Staatsgeheimnis im Washington Post Magazine (‚The Ultimate Congressional Hideaway' / Cover: ‚The Last Resort'), was bei Standortleiter Paul ‚Fritz' Bugas und seinem Team tiefe Bestürzung auslöste; die US-Regierung kündigte daraufhin den Pachtvertrag bis 1995, baute die Geheimtechnik aus und übergab die Anlage an das Resort The Greenbrier, das seither tägliche 90-minütige Führungen hinter die Dorothy-Draper-Tarnwand anbietet.
Fundstelle: Q1 S. W11; Q2 Frage 11 (Wörtliches Zitat Bugas zur Enttarnung Ende Mai 1992); Q3 Abs. 9–10 (Stilllegung 1995); Q4 Abs. 9–10; Q6 Abs. 8–9; Q7 Abs. 1


